Galerie Kramer

Ellen Akimoto und Anna Nero

Infrarosa

 

22. Mai - 17. Juli 2021

Am Samstag, dem 12. Juni ist "Halbzeit", die Hälfte der Ausstellungszeit ist schon um. Kommen Sie vorbei und stoßen Sie mit uns an! Die Galerie hat von 12 bis 17 Uhr geöffnet! Auf Wunsch gibt es individuelle Kurz-Führungen durch die Ausstellung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Das im letzten Newsletter angekündigte Gespräch mit den Künsterlerinnen kann leider nicht stattfinden und ist auf die Finissage verschoben.

 

 

 

 

Anna Neros Malerei bewegt sich zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Ihre Leinwände sind Spielwiesen für unterschiedliche Maltechniken und Materialaufträge. In den spannungsreichen Kompositionen breiten sich fein glänzende Strukturen und stoffliche Draperien neben rauen Kreidepigmenten und groben oder durchscheinenden Pinselspuren aus. Die Bilder können harmonische, glänzende Formen oder illusionistisch gemalte Farbspuren enthalten. Feine, sanft verlaufende Farbtrennungen, spiegelnde Oberflächen und runde, bauchige Formen verhandeln Verführungstechniken. Fantasievoll konstruierte Gegenstände enthalten eine Fülle von Anspielungen an mögliche Vergnügungen. Anna Nero spielt gekonnt auf der Klaviatur des Begehrens. Es ist dieses Spannungsfeld der Konstruktion des Begehrens, in dem sich ihre Malerei bewegt. Ein Begehren, das zwischen Obsession und Frustration oszilliert.

 

Ellen Akimoto arbeitet ihre malerische Finesse ebenfalls an Oberflächen heraus. Bei ihr werden Innenräume zur Bühne für Oberflächen, für geometrische Strukturen und für Perspektiven. Ihre Räume zeigen feine Parkettstrukturen, die die Wände hochlaufen oder Ausschnitten von Pflanzen in Blumenvasen, die auf schiefen Ebenen stehen. Alle Gegenstände und Interieurs haben eine leicht verschobene Perspektive und räumliche Brüche. Der fein ausgearbeitete Orientteppich, auf dem ein Hund neben einer goldenen Stehlampe ruht, knickt unvermittelt ab und verläuft dann rechtwinklig nach unten. Sie porträtiert sich selbst oder Freund:innen in alltäglichen und privaten Situationen. Aber selten bekommen die Betrachtenden einen direkten, perspektivisch genauen Blick auf die Situation. Sie erhalten nicht das Gefühl, vor dem Bild den idealen Standpunkt zu haben oder sogar selbst mit im Bild zu sein, wie das die klassische Malerei erzeugen wollte. Bei Ellen Akimoto ist die Darstellung stets leicht verschoben. Fast unmerklich. So als befände sich irgendwo am Rand unsichtbar ein Handy, nach dessen Aufnahmewinkel sich alle richteten.